Neuerscheinungen 2012/3: Religionen im Partherreich

Mit einem Sammelband zu den Religionen im Partherreich wird nun die Reihe »Pietas« mit dem Band 5 fortgeführt. Hier sind zehn Beiträge deutscher und englischer Forscherinnen und Forscher (in deutscher bzw. englischer Sprache) zu den unterschiedlichsten Religionsthemen zusammengestellt, die dazu anregen, die »eurozentrische Brille« abzulegen und sich unvoreingenommen den Religionen und Strömungen des Nahen Ostens zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. nachchristlichen Jahrhundert zu nähern.

Die Beiträge im Einzelnen:

  • Peter Wick/Markus ZehnderIntroduction, 9 ff.
  • Dieter MetzlerAspekte religiöser Vielfalt im Partherreich, 17 ff.
  • Markus ZehnderReligionspolitik im antiken Vorderen Orient: Assyrer und Parther, 27 ff.
  • Linda-Marie GüntherSeleukidische Vorbilder der parthischen Münzikonographie, 53 ff.
  • Vesta Sarkhosh CurtisParthian Coins: Kingship and Divine Glory, 67 ff.
  • Meret StrothmannFeindeskinder an Sohnes statt. Parthische Königssöhne im Haus des Augustus, 83 ff.
  • Markus ZehnderReligious Dynamics in the Parthian Empire: The Cases of Hatra and Arbela, 103 ff.
  • Geoffrey Herman:The Jews of Parthian Babylonia, 141 ff.
  • Yaakov ElmanJewish Acculturation to Persian Norms at the End of the Parthian Period, 151 ff.
  • Marco FrenschkowskiFrühe Christen in der Begegnung mit dem Zoroastrismus: Eine Orientierung, 163 ff.
  • Peter BrunsWeltentstehung und Schöpfung bei Bardaisan von Edessa, 195 ff.
  • Index of Ancient Sources / Stellenregister,  209 ff.

 

 

 

 

Ein lebensnahes Porträt des Makedonenkönigs Alexander III.Alexander der Große – Porträt zu Lebzeiten?, gefunden auf Goldmünzen in einem Hort im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan, macht gerade Furore im Blätterwald quer über den Globus. Begonnen wurde dies von einem Numsimatiker aus Sri Lanka, Osmund Bopearachchi, in der Sunday Times von diesem Wochenende. Alles an weiteren Informationen lässt sich finden im Blog Rogueclassicism.

Fast 550000 $ für eine Freiheitspropaganda

In der September-Auktion der Heritage Auction Galleries in Long Beach (Kalifornien, USA) kam eine der berühmtesten Münzen (2008 zur Nr. 1 der berühmtesten antiken Münzen gewählt) aus der griechisch-römischen Geschichte und Numismatik unter den Hammer; den Zuschlag erhielt ein Bieter für 546.250 $ – mithin einer der höchsten Preise, die bisher für eine einzelne Münze geboten wurde und auf die ein Zuschlag erteilt worden ist.

Was ist nun das Besondere an der Münze? Es handelt sich um einen Silberdenar (Gewicht: 3,72 Gramm) des M. Iunius Brutus aus dem Spätsommer/Herbst des Jahres 42 v. Chr. und verherrlicht den Mord der Verschwörer an Caesar (15. März 44 v. Chr.) als Akt der Freiheit, die der res publica durch die Täter zurückgegeben worden sei. Freiheitsmünze des Brutus

Auf der Rückseite sind zwei Dolche und der pileus, die Freiheitsmütze, abgebildet, der Sklaven am Tag ihrer Freilassung überreicht wurde. Damit zeigen die Verschwörer an, dass sie der res publica durch ihre Tat die Freiheit zurückgegeben haben und den Staat vor der Knechtschaft Caesars, gleichgültig, ob man sie Diktatur oder Königsherrschaft nennt, gerettet haben.

Auf der Vorderseite (s. rechtsstehende Abb.) erleben wir ein Novum der republikanischen Münzemission: M. Iunius Brutus (bartlos, einige andere zeigen ihn auch bärtig, so ebenfalls auf einem aureus) ist in einer Büste dargestellt – die Darstellung eines Lebenden ist während der Republik ein unerhörter Akt, ein Tabu, einer gesellschaftlichen Oberschicht, die mehr an Herkunft, Alter und Geschichte der Familiengeschlechter interessiert war als der Heraushebung einzelner aus der Gruppe der angesehenen Familien in Rom. Caesar hatte dies 44 v. Chr. erstmals getan, die Verschwörer um Brutus machten es ihm kurz nach Caesars Ermordung nun nach.

Die Münzumschrift lautet links: L(ucio) Plaet(orio) Cest(iano) = Unter dem Münzmeister L. Plaetorius Cestianus – über dem Kopf des Brutus: Brut(o) imp(eratore).

Diese Münzen wurden emittiert, um die republikanischen Truppen gegen die Koalition zwischen M. Antonius und dem jungen C. Iulius Caesar, dem späteren Augustus, bezahlen zu können. Nach dem Sieg über die Verschwörer verschwanden diese Münzen schnell aus der Öffentlichkeit, wurden auf Veranlassung der Sieger, die eine solche Propaganda nicht wünschen konnten, eingeschmolzen. Heute sind nur noch weniger als 100 Exemplare bekannt, dafür aber unzählige antike und nachantike Nachahmungen, Kopien und Fälschungen.

Quelle:

  • http://www.numismaster.com/ta/numis/Article.jsp?ad=article&ArticleId=23683
  • http://coins.ha.com/c/item.zx?saleNo=3015&lotNo=23268
  • Harlan J. Berk: 100 Greatest Ancient Coins, Chicago 2008, zu finden auf der Firmenhomepage oder bei Amazon.