Die inflationäre Verwendung des Wortes »Jahresrückblick« wird nur noch getoppt, wenn im Januar 2015 bei jeder Gelegenheit auf das vergangene Jahr zurückgeblickt wird und aus dieser Retro-Schau deutungsschwere Vorhersagen für das gerade angebrochene Jahr versucht werden. Ich möchte dieser Entwicklung nicht weiter Vorschub leisten; deswegen soll an dieser Stelle wirklich ein Resümee meiner Arbeiten des vergangenen Jahres 2014 gezogen werden.

Was die Publikationen aus meinem Verlag betrifft, so ist hier sehr schnell alles geschrieben. Im Jahr 2014 konnte ich nach kürzeren Vorarbeiten zwei (in Worten: zwei) Bücher abschließen und erscheinen lassen. Das ist zugegeben nichts im Vergleich zum Jahr 2013, in dem ich acht Bücher unterschiedlicher Länge unter meinem Label »Computus Druck Satz & Verlag« veröffentlichen konnte und darüber hinaus noch sieben Bücher für andere Verlage abschloss.

Aber das war auch ein Grund, warum es nur 2 Bücher in 2014 werden sollte: »Ausgepowert« zum Jahresende 2013 war es mir nur unter erschwerten Bedingungen gelungen, Autoren zu finden. Dafür widmete ich mich den Projektausschreibungen verschiedener potentieller Auftraggeber und einem aus triftigen Gründen lange vernachlässigten Projekt, das ich im Frühsommer abschließen konnte: die Sammlung der althistorisch relevanten Beiträge von Eberhard Ruschenbusch.

Cover Ruschenbusch 2014

E. Ruschenbusch hatte mich Ende 2006 mit dem Satz, dem Layout und den Korrekturen seiner »Kleinen Schriften zur Alten Geschichte«  beauftragt, doch schon im Januar 2007 verstarb er nach kurzer Krankheit. Da allerdings Ende Juni 2007 meine Assistentstelle in Frankfurt mit Ablauf des Zeitvertrages endete und die beabsichtigte Selbstständigkeit alle Konzentration benötigte, kam ich zu den Arbeiten an Ruschenbuschs Vermächtnis nur immer dann, wenn Luft im Verlag war bzw. keine Projekte meine Aufmerksamkeit brauchten, weil sie abgeschlossen in der Druckerei auf das »Tageslicht« warteten.

Einfach waren die Arbeiten an den Kleinen Schriften nicht. Da waren einmal die Beiträge des Auftraggebers, die einen Zeitraum von annähernd 40 Jahren umfassten und bis auf die wenigen jüngsten Beiträge nicht mehr in einer elektronischen Fassung vorlagen. Sie mussten also kopiert, eingescannt und korrigiert werden, um Scan-Fehler, aber auch in den Originalpublikationen stehen gebliebene Orthographie- und Satzfehler zu finden und zu eliminieren. Dazu kamen Neuzeichnungen einiger benötigter Landkarten – die Qualität in den Originalbeiträgen fanden nicht meine Zustimmung – und die Arbeiten am Stellenregister, die aufgrund der unterschiedlichsten Publikationsorte und -sprachen nicht so weiteres abliefen und sich einfach gestalteten. Alles in allem – ich hatte ja schon Ruschenbuschs rechtshistorische Beiträge für den Harrassowitz Verlag in der Philippika-Reihe gesetzt und wusste, wie viel Arbeit hier auf mich zukommen konnte – war es eine Heidenarbeit, an die ich mich nur mit ausreichend Zeit setzen konnte, um wieder ein Stück voranzukommen.

Im letzten Jahr nahm jedoch die Aufmerksamkeit und der freundschaftliche Druck eines der Herausgeber der Reihe »Philippika« immer mehr zu, dass ich zusagte, endlich zum Abschluss zu kommen. Es war nicht leicht, aber es gelang. In der optisch nicht leicht sympathischen, aber doch auffälligen Aufmachung der Reihe »Philippika. Altertumswissenschaftliche Abhandlungen/Contributions to the study of the ancient world« erschien als 65. Band:

  • Eberhard Ruschenbusch: Kleine Schriften zur Alten Geschichte. Herausgegeben von J. Kobes, Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2014.

Daneben – auch um den Lebensunterhalt zu sichern – gelang auch das wider Erwarten mit etwas Wartezeit und der konzentrierten Arbeit an Büchern für andere Auftraggeber. Hier ist zum einen der 2. Band der »Panegyrici Latini, übersetzt v. Brigitte Müller-Rettig« zu nennen, der in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft in Darmstadt erschien, außerdem wurden drei Publikationen im Konrad Theiss Verlag, einem Imprint der WBG , publiziert:

cover_ai_moessingen
AI 71: Mössingen
  • Michaela Jansen, Stadtumgestaltung im Hochmittelalter. Die Städte Esslingen, Breisach und Zürich im Vergleich, Darmstadt: Kommissionsverlag Konrad Theiss Verlag, 2014
  • Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg 71: Dorothee Ade / Frieder Klein / Andreas Willmy, Verdammt lang her … Funde aus Mössingens Frühzeit, Esslingen: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, 2014
  • Richard Vogt, Kolluvien als Archive für anthropogen ausgelöste Landschaftsveränderungen an Beispielen aus der westlichen Bodenseeregion (MH 55), Darmstadt: Konrad Theiss Verlag, 2014

[Fortsetzung folgt ‌…]

Bildquellen

  • cover_ai_moessingen: Jörn Kobes