Nun ist es geschafft. Das 15. Buch in meinem Verlag ist erschienen. Dabei handelt es sich um ein Bautagebuch des Nachbaus eines frühkaiserzeitlichen Patrouillenschiffes aus der Hand der beteiligten Bootsbauerin Carolin Gross, dessen Vorlage noch im alten Jahrtausend im bayerischen Oberstimm (1994) gefunden worden ist und seitdem die experimentelle Archäologie, die nautische Archäologie, die Alte Geschichte und viele Bootsbauer-Fachleute beschäftigt.
Anlässlich des Jubiläums zur 2000. Wiederkehr der Schlacht im Teutoburger Wald (2009) hatten 2007/2008 Hamburger Althistoriker und Bootsbaulehrlinge den gelungenen Versuch unternommen, dieses Schiff aus Oberstimm, das nur noch in Bruchstücken aus dem Boden geborgen werden konnte, nachzubauen und ausführlichen Tests auf Seen und Flüssen in Deutschland zu unterziehen.
Während die Regensburger Althistoriker ein spätantikes, militärisch genutztes Fluss-Schiff erfolgreich nachgebaut und benutzt haben, wurde die Victoria, so ihr Name, in einer Hamburger Werft von Bootsbau-Auszubildenden und Wissenschaftler nach der frühkaiserzeitlichen Vorlage rekonstruiert. Damit konnte neben neuen Ideen und Bau-Korrekturen (im Vergleich zur Regensburger Lusoria) ein Schiff entstehen, das ungefähr 300 Jahre früher als die Lusoria von den Römern auf den Gewässern in den Provinzen verwendet wurde.
Seitdem hat die »Victoria« ihren Heimathafen auf dem See im westfälischen Haltern, nahe am Römermuseum und dem römischen Legionslager gefunden, wenn sie nicht auf deutschen Flüssen und Seen unterwegs ist.


Die Studie zur »Verdamnis der Erinnerung« von Florian Krüpe ist nun erschienen. In dieser Marburger Dissertation (2004) widmet sich der Autor, akademischer Rat an der Philipps-Universität Marburg, der staatlich verordneten Auslöschung von Namen mißliebiger Personen von der römischen Republik bis zu den Kaisern des frühen 3. Jhs. n. Chr.; der Schwerpunkt liegt im Bruderzwist zwischen Caracalla und Geta, der mit der Ermordung des jüngeren Geta 211 nur einen vorläufigen Höhepunkt erreichte und im Nachgang durch die damnatio memoriae Getas ihren Abschluß fand. Gleichzeitig zeigt der Autor mustergültig die Entwicklungsstränge auf, die aus der römischen Republik in die Kaiserzeit reichten. Basis seiner Studien sind in erster Linien die althistorisch und archäologisch relevanten Quellen; arüber hinaus finden auch Arbeiten zur Soziologie und Politikwissenschaft ihre verdiente Beachtung.
Nach einer Arbeit zur Spätantike und der Auseinandersetzung zwischen Römern und Persern ist die nächste große monographische Arbeit, die nicht innerhalb einer der beiden im Verlag gehaltenen Reihen erschienen ist, der griechischen Militärgeschichte gewidmet: der individuellen, kreativen Auslegung des Hipparchenamtes in griechischen Stadtstaaten, das im 5. Jh. noch deutlich im Rahmen der notwendigen Rahmenbedingungen in einem engen, legislativ beschränkten Polis-Korsett steckte und sich erst im Laufe des fortgeschrittenen peloponnesischen Krieges (431–404 v. Chr.) befreien konnte (z.B. in der Person des Lysander), um dann im 4. Jh. v. Chr. über Epameinondas (in Theben) zu Alexander III. (dem Großen, 356–323 v. Chr.) und seinen Nachfolgern zu führen.

