Neuerscheinungen 2012/2

Nun ist es geschafft. Das 15. Buch in meinem Verlag ist erschienen. Dabei handelt es sich um ein Bautagebuch des Nachbaus eines frühkaiserzeitlichen Patrouillenschiffes aus der Hand der beteiligten Bootsbauerin Carolin Gross, dessen Vorlage noch im alten Jahrtausend im bayerischen Oberstimm (1994) gefunden worden ist und seitdem die experimentelle Archäologie, die nautische Archäologie, die Alte Geschichte und viele Bootsbauer-Fachleute beschäftigt.

Anlässlich des Jubiläums zur 2000. Wiederkehr der Schlacht im Teutoburger Wald (2009) hatten 2007/2008 Hamburger Althistoriker und Bootsbaulehrlinge den gelungenen Versuch unternommen, dieses Schiff aus Oberstimm, das nur noch in Bruchstücken aus dem Boden geborgen werden konnte, nachzubauen und ausführlichen Tests auf Seen und Flüssen in Deutschland zu unterziehen.

Während die Regensburger Althistoriker ein spätantikes, militärisch genutztes Fluss-Schiff erfolgreich nachgebaut und benutzt haben, wurde die Victoria, so ihr Name, in einer Hamburger Werft von Bootsbau-Auszubildenden und Wissenschaftler nach der frühkaiserzeitlichen Vorlage rekonstruiert. Damit konnte neben neuen Ideen und Bau-Korrekturen (im Vergleich zur Regensburger Lusoria) ein Schiff entstehen, das ungefähr 300 Jahre früher als die Lusoria von den Römern auf den Gewässern in den Provinzen verwendet wurde.

Seitdem hat die »Victoria« ihren Heimathafen auf dem See im westfälischen Haltern, nahe am Römermuseum und dem römischen Legionslager gefunden, wenn sie nicht auf deutschen Flüssen und Seen unterwegs ist.

 

Neuerscheinungen 2012/1

Seit Januar 2012 hat sich nicht viel getan – die Vorbereitung neuer Bücher stand im Vordergrund. So konnte ich eine Auftragsabwicklung abschließen, die bald im Würzburger Verlag Königshauses & Neumann erscheinen wird. Eine weitere Publikation für das baden-württembergische Landesamt für Denkmalschutz wartet momentan auf das Imprimatur und kann dann gedruckt werden. Aus meinem Verlag gehen ebenfalls bald drei Bücher in Druck: Pietas 5 zu parthischen Religionen,  zu einem frühkaiserzeitlichen Flussschiff und zur regionalen Landwirtschaft im 20. Jahrhundert an der Nahe und dem Nordpfälzer Bergland. Seien Sie gespannt,  bald kann ich Genaueres vermelden.

Neuerscheinungen 2011/6

So, Weihnachten und der Jahreswechsel können kommen.
Vorgestern habe ich den ersten Teil der letzten Cover Pietas Band 4Neuerscheinung des
Verlages für das Jahr 2011 abgeholt und die dazugehörigen Informationen,
ins Netz gestellt.

Katja Wedekind: Religiöse Experten im lokalen Kontext.
Kommunikationsmodelle in christlichen Quellen des 1.–3. Jhs. n. Chr.
Gutenberg 2012.
ISBN 978-3-940598-11-0.
Preis: 68,00 Euro (in D portofrei; »anywhere else« zzgl. Porto)

Es ist der vierte Band in der Reihe »Pietas«, die sich mit griechischer und römischer Religionsgeschichte im weiten Sinn der Bedeutung beschäftigt, und der nunmehr dritte Band, der in meinem Verlag erschienen ist. Dieses Mal geht es in einer religionswissenschaftlichen Dissertation, die 2007 an der Universität Erfurt eingereicht wurde, um frühchristliche Gemeinden, ihre Lehrer sowie die Apostelreisenden und deren Auftreten und Akzeptanz in den kleinen pagan-christlichen und judenchristlichen Gemeinden. Wer noch mehr wissen will, schaut sich am besten auf der Buch-Webpage nach.

Nächste Woche gehen die Belegexemplare raus, dann verabschiede ich mich mal für ein paar Tage in die Weihnachtsferien, die mit der Inventur sicher spassig genug werden. Von mir liest man dann wieder im Neuen Jahr. Bis dahin ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen gelungenen Rutsch ins Neue Jahr 2012 wünscht

Jörn Kobes, Computus Druck Satz & Verlag, 19.12.2011.

Einzelhandel und Unternehmensgeschichte in Bad Kreuznach

Neuerscheinungen 2011/5:

Nachtrag vom 19.12.2011: Aufgrund des Erfolges ist das Buch von Marita Peil in einer Höhe von 200 Exemplaren nachgedruckt worden. Es sind also noch vor dem Weihnachtsfest ausreichend Exemplare im Bad Kreuznacher Buchhandel und im Verlag vorhanden.

Am 28.10.2011, 19 Uhr, wurde das neue Buch von Marita Peil mit einer Buchpräsentation im Haus des Gastes (Kurhausstr. 22–24) in Bad Kreuznach vorgestellt.Vor mehr als 120 interessierten Gästen führten Dr. Michael Vesper (Haus des Gastes, Geschäftsführer GuT GmbH Bad Kreunach), Dr. Martin Senner (Bad Kreuznach), Marita Peil (Autorin) und Dr. Jörn Kobes (Verleger, Gutenberg) in die im Buch dargestellte(n) Stadt- und Unternehmensgeschichte(n) ein.

In 12 Kapiteln hat die Autorin in akribischer und mühseliger Archivarbeit, die mit Interviews der Inhaber und ihrer Nachkommen angereichert werden konnten, ein facettenreiches Kaleidoskop erstellen können; dadurch lassen sich die Entwicklungen und Veränderungen in der Bad Kreuznacher Wirtschaftswelt von der ausgehenden Kaiserzeit bis weit in die 1990er Jahre nachzeichnen.

Daneben werden allerlei Privates, Geschäftliches, der Umgang mit Kunden, Lieferanten und Gaunern offen gelegt, was sonst hinter der Eingangstür der jeweiligen Geschäfte und Firmen geblieben wäre.

Das Buch ist im Computus Druck Satz & Verlag in Gutenberg erschienen und steht ab 29.10.2011 in allen Bad Kreuznacher Buchhandlungen, in der Taberna libraria und direkt im Verlag zum Verkauf bereit. Sie können es aber auch über eine Ihnen vertraute Buchhandlung bestellen.

Marita Peil signiert ihr Buch am 29.10. ab 10 Uhr in der Buchhandlung Dr. Kohl (Kornmarkt/Beinde 6), am 30.10. ab 14 Uhr in der Rottmann Buchhandlung (Ecke Mannheimer Str./Salinenstr.) und am 12.11. in der Taberna libraria (Mannheimer Str. 80). Zu den Terminen können Interessierte auch das Gespräch mit der Autorin suchen und sich mit ihr austauschen; denn Marita Peil steckt schon voll in den Recherchearbeiten für einen Fortsetzungsband.

Mehr Bilder werden in Kürze hier eingestellt; einstweilen bis dahin drei weiterführende Links:

  • die Buchpräsentation in 2 Teilen als Youtube-Video:
    • Teil 1 (Dr. Vesper, Dr. Senner)

    • Teil 2 (M. Peil, Dr. Kobes)

  • eine Kurzlesung von Marita Peil und Hajo Langer (auf Youtube; unten das eingebundene Video)

  • der Verlag
  • das Buch

Zuletzt aktualisiert: 30.10.2011, 12:47 Uhr

 

 

Ergänzungen zur Damnatio memoriae

Eine neue Inschrift, vor wenigen Tagen im rumänischen Parcul Costozza, dem antiken Alba Iulia (Apulum), gefunden, belegt erneut die damnatio memoriae, die Caracalla gegen seinen jüngeren Bruder Geta nach dem Tod des gemeinsamen Vaters Septimius Severus verordnet hatte.

Die Originalmeldungen (1. http://www.citynews.ro/alba/eveniment-29/marturii-arheologice-razbunare-politica-in-anticul-apulum-202308/ (in Rumänisch); 2. http://www.bucharestherald.ro/dailyevents/41-dailyevents/26169-inscription-proving-the-conflict-between-roman-emperors-geta-and-caracalla-was-discovered-at-alba-iulia (in Rumänisch und Englisch)) und die Blog-Nachricht: http://rogueclassicism.com/2011/10/22/more-evidence-of-the-caracalla-geta-damnatio-memoriae/ finden sich dort.

Neuerscheinungen 2011/4

Florian Krüpe: Die Damnatio memoriae. Über die Vernichtung von Erinnerung. Eine Fallstudie zu Publius Septimius Geta (189–211 n. Chr.), Gutenberg 2011.

Die Studie zur »Verdamnis der Erinnerung« von Florian Krüpe ist nun erschienen. In dieser Marburger Dissertation (2004) widmet sich der Autor, akademischer Rat an der Philipps-Universität Marburg, der staatlich verordneten Auslöschung von Namen mißliebiger Personen von der römischen Republik bis zu den Kaisern des frühen 3. Jhs. n. Chr.; der Schwerpunkt liegt im Bruderzwist zwischen Caracalla und Geta, der mit der Ermordung des jüngeren Geta 211 nur einen vorläufigen Höhepunkt erreichte und im Nachgang durch die damnatio memoriae Getas ihren Abschluß fand. Gleichzeitig zeigt der Autor mustergültig die Entwicklungsstränge auf, die aus der römischen Republik in die Kaiserzeit reichten. Basis seiner Studien sind in erster Linien die althistorisch und archäologisch relevanten Quellen; arüber hinaus finden auch Arbeiten zur Soziologie und Politikwissenschaft ihre verdiente Beachtung.

Alles weiteren Informationen finden Sie auf der Buchseite im WWW.

 

 

Neuerscheinungen 2011/3

David Toalster: Unzeitgemäße Feldherren. Der Hipparch als Prototyp des erfolgreichen Feldherrn in Xenophons Hellenika, Gutenberg 2011.

Cover zu den "UNzeitgemäßen Feldherren"Nach einer Arbeit zur Spätantike und der Auseinandersetzung zwischen Römern und Persern ist die nächste große monographische Arbeit, die nicht innerhalb einer der beiden im Verlag gehaltenen Reihen erschienen ist, der griechischen Militärgeschichte gewidmet: der individuellen, kreativen Auslegung des Hipparchenamtes in griechischen Stadtstaaten, das im 5. Jh. noch deutlich im Rahmen der notwendigen Rahmenbedingungen in einem engen, legislativ beschränkten Polis-Korsett steckte und sich erst im Laufe des fortgeschrittenen peloponnesischen Krieges (431–404 v. Chr.)  befreien konnte (z.B. in der Person des Lysander), um dann im 4. Jh. v. Chr. über Epameinondas (in Theben) zu Alexander III. (dem Großen, 356–323 v. Chr.) und seinen Nachfolgern zu führen.

Weitere Informationen zum Buch und einem Bestellzettel finden Sie auf der Webpage des Buches.

 

Neuerscheinungen 2011/2

Elena Köstner: Tod im Trevererland. Interkulturelle Beziehungen zwischen Römern und Kelten. Eine historisch-archäologische Gräberanalyse in der civitas Treverorum zwischen 150 v. und 100/120 n. Chr. (Pietas, 3), Gutenberg 2011.

Cover zum Tod im Trevererland

Ebenfalls im Januar ist eine Studie vorgelegt worden, die sich mit einem buchstäblichen Randgebiet Deutschlands im Imperium Romanum beschäftigt: Elena Köstners Dissertation »Tod im Trevererland«. Die Untersuchung, in Regensburg angefertigt unter der fachkundigen Betreuung von Peter Herz, Lehrstuhlinhaber für »Alte Geschichte«, widmet sich den Grabsitten der Treverer und anhand der Gräberbefunde und der Grabfunde der Frage, inwieweit die Grabsitten römische Ideen adaptierten, ablehnten oder ihnen skeptisch gegenüberstanden.

Das Siedlungsgebiet der Treverer (und stammesverwandter Gruppen) war in der keltisch-römischen Phase bis weit in die Spätantike nicht nur das Territorium rund herum um die Colonia Augusta Treverorum (heute Trier), sondern umfasste große Teile des heutigen Saarlandes, Nordostfrankreich, aber auch das Pfälzer Bergland bis hin fast vor die Tore der Hauptstadt der Germania superior, Mogontiacum (heute Mainz) – eindeutig eine der ältesten, römisch geprägten Kulturlandschaften Deutschlands.

Aus dem Klappentext darf zitiert werden:

»… beleuchtet die Beziehungen zwischen Römern und Treverern durch die Verknüpfung von Hinweisen aus den Schriftquellen mit dem archäologischen Befund neu. Sie zeigt u.a., dass es, anders als bisher angenommen, keinen tief greifenden kulturellen Wandel im Bestattungsritus der Treverer des 2./1. Jahrhunderts v. und des 1. Jahrhunderts n. Chr. gegeben hat, sondern dass sich überwiegend nur die Objekte veränderten, die in den Gräbern deponiert wurden. … Da das Totenbrauchtum Veränderungen anderer Lebensbereiche reflektiert, lässt ein Wandel in der Beigabensitte auf veränderte Lebensumstände schließen. Dabei wird gezeigt, dass neue Keramikgefäße wie Krüge und Teller auftraten. Die Sitte der Waffenbeigabe wurde um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. aufgegeben. Ab augusteischer Zeit konnte ein Rückgang bei den Fibeln verzeichnet werden sowie die Bevorzugung bronzener Gewandspangen. Römische Indikatoren waren in den Gräbern in allen Phasen selten. … Somit unterlagen in erster Linie die Beigaben der Romanisierung, die Bestattungssitte an sich blieb aber – bis auf eine generelle Reduktion der in den Gräbern deponierten Objekte – dem spätkeltischen Brauchtum verhaftet.«

 

Damnatio memoriae im aktuellen Tagesgeschehen

Ein Artikel in der New York Times vom 14. Mai dieses Jahres greift einmal wieder aus aktuellem Anlass ein Thema auf, an dem ich seit einigen Jahren nicht als Historiker, sondern als Verleger und Setzer arbeite, nämlich dem Phänomen des erzwungenen Endes von positiver Erinnerung, der »Verdammung der Erinnerung«. Die Römer nannten das »memoria damnata« oder »abolitio nominis«; der in der Forschung und in den Medien verwendete Ausdruck der »damnatio memoriae«, der Verdammung der Erinnerung, ist hingegen ein moderner Audruck, der zwar das Gleiche bedeutet, von den Römern aber nicht verwendet wurde.

Anlaß für den Artikel in der New York Times (von Sarah E. Bond) war ein Bericht von USA Today vom 21.04.2011 (von Douglas Stanglin, USA TODAY) über die richterliche Anordnung eines Kairoer Gerichts, dass neben allen Bildern und Darstellungen der Mubarak-Familie im öffentlichen Raum ebenfalls alle an die Familie Mubarak angelehnten Titulationen ägyptischer öffentlicher Einrichtungen umbenannt werden müsse; d. h. jede Kaserne, jede Schule, jedes Museum, jede Sportstätte, jedes öffentliche Gebäude verlor seinen Namen, wenn dieser eindeutig der Familie des letzten diktatorisch herrschenden Präsidenten zugeordnet werden konnte: »… (shall) be removed from all ‹public squares, streets, libraries and other public institutions around the country›«. Ziel sei es, die vordergründige, offensichtliche, im Straßenbild jederzeit gegenwärtige Erinnerung an Hosni Mubarak auszulöschen. Nichts soll mehr an ihn und seine Familie im öffentlichen Raum erinnern, wenn dies überhaupt möglich ist angesichts der langen Regierungszeit (seit 1981).

Wichtig ist hier, dass die vordergründige Erinnerung gelöscht werden soll, mithin also per Anordnung die öffentliche DEL-Taste gedrückt wird – was nicht heißt, dass Mubarak, seine Regierung, seine Gewaltherrschaft, gestützt auf Familie, Supporters und das Militär von jetzt auf gleich aus der Erinnerung der ägyptischen, arabischen oder der Weltbevölkerung getilgt werden kann. Jedes persönliche Erlebnis mit dem Staatspräsidenten, jede präsidiale Entscheidung, die das Leben einer ägyptischen Familie geprägt hatte, kann eben nicht mit der DEL-Taste vergessen werden. Das öffentliche Vergessen, dem der Präsident und seine Familie anheim fallen sollen, beeinflusst nicht sofort die persönliche Entscheidung, Hosni Mubarak zu vergessen.

Ohne dass ich jetzt an dieser Stelle einen historischen Abriß der Geschichte der »damnatio memoriae« wiederholen möchte oder länger zurückliegende Fälle von »damnationes memoriae« aufzulisten versucht bin – dazu sei an den Beitrag in der NYT oder den lesenswerten Beitrag in der deutschen (oder in der englischen) Version der Wikipedia verwiesen –, lassen sich in den letzten Jahren verstärkt ein solches Verhalten der »Sieger« erkennen. Da sei an die schnelle Seebestattung Osama bin Ladens in der jüngsten Vergangenheit erinnert, um den Sympathisanten keinen Ort der Erinnerung und des Gedenkens zu ermöglichen, oder an den bildhaften Sturz der massiven Statue Saddam Husseins (09.04.2003, Quelle: AF News). Andere Beispiele seien die Zerstörung von Stalin-Statuen in Budapest Ende Oktober 1956 (Quelle: http://www.freedomagenda.com;) oder auch die Säuberung von Gemälden, auf denen Stalin dargestellt war, oder Retuschierungen in Fotografien, auf denen Personen eliminiert wurden, die den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen waren.

In Baghdad im April 2003

Weitere Reaktionen auf den Beitrag von Sarah E. Bond:
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: http://killgrove.blogspot.com/2011/05/damnatio-memoriae-from-antiquity-to.html

Wird zu gegebener Zeit fortgesetzt

 

Neuerscheinungen 2011/1

Hugo Natt: Zwischen Skalpell und Schützengraben.Cover des Natt-Tagebuchs
Kriegstagebuch eines Arztes 1914–1918
. Broschiert, 242 S. mit Abb.
ISBN 9783940598066. Preis: 34,90 € (portofrei in D)

Hugo Natt (geb. 18.04.1881 in Langenlonsheim/Nahe, verst. 30.10.1963 in London) war als Allgemeinmediziner vom ersten Tag des 1. Weltkrieges in Nordostfrankreich und in Galizien im Einsatz. Durch sein Kriegstagebuch, das möglicherweise nie für eine Veröffentlichung vorgesehen war, gewinnen wir genaue und intime Einblicke in die Sichtweise des Sanitätsdienst während der großen Katastrophe des 20. Jahrhunderts.
Dabei ist Hugo Natt eine gewisse Euphorie in den ersten Wochen des Krieges nicht abzusprechen; jedoch schnell wird er auch mit den Schrecken und Verlusten, auch im engeren und weiteren Bekanntenkreis aus Frankfurt, konfrontiert; Kollegen, Patienten, Bekannte sterben in diesem Krieg, auch die familiären Verluste in der Heimat werden thematisiert. Glücklicherweise überstand Hugo Natt den Krieg ohne körperlichen Schäden – um 21 Jahre später, im Juli 1939, gezwungen zu sein, als Deutscher jüdischen Glaubens vor Ausbruch des 2. Weltkrieges nach Großbritannien emigrieren zu müssen.
Mehr und Näheres findet man auf der Familienseite, einem eindrücklichen Zeugnis deutsch-jüdischen Lebens vor und nach der Shoah.